Rückblick 2015

Soll Gemeinschaft gelingen, dann muss ich mehr für sie tun, als ich von ihr erwarte.

Peter Amendt, (*1944), Franziskaner

Ganz Oberweier durfte 2015 erfahren, dass es manchmal eines besonderen Anlasses bedarf, dass sich zeigt, wo Gemeinschaft existiert.

Bei den Veranstaltungen wie unserem ProjektCHOR, der Aktion 900 Bäume für 900 Jahre Oberweier, unserem Festakt in der Waldsaumhalle, bei der Erstellung der Festschrift, dem Luftballon- und Malwettbewerb, unserem XXL Dorffest, dem Tag der offenen Gartenpforte und letztlich bei unserem Adventsmarkt hat die Dorfgemeinschaft eine außerordentliche Dynamik bewiesen.

Ergänzt wurde das Jubiläumsjahr durch den 75. Geburtstag unseres Kleintierzuchtvereins sowie das 125 jährige Bestehen unseres Vereins Kameradschaft ehemaliger Soldaten. Beiden Vereinen wünsche ich an dieser Stelle nochmals alles Gute, auch für ihre zukünftige Arbeit. Zudem hat unser Musikverein mit Frühjahrskonzert und einem sehr gut besuchten Straßenfest zum diesjährigen reichhaltigen und abwechslungsreichen Angebot beigetragen.

Erwähnt sei in diesem Jahresrückblick der Jugendaustausch mit unseren französischen Partnergemeinden zu der sich einerseits viele Oberweirer Kinder angemeldet haben, andererseits wir wieder auf ein bewährtes Helferteam zurückgreifen konnten. Ohne unsere engagierte Elternschaft und unser Helferteam wäre so ein Jugendaustausch überhaupt nicht denkbar. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir seit Jahren Betreuer haben, die Teile Ihres Jahresurlaubes einbringen, um sich für eine wirklich wichtige Sache einzusetzen. Allen am Jugendaustausch Beteiligten danke ich für Ihren Einsatz.

Ein weiterer Höhepunkt in unserem Ort war die Eröffnung des neu renovierten Kindergartens St. Raphael. Sicherlich nicht zu früh haben sich die Seelsorgeeinheit und die Stadt dazu entschlossen eine Grundsanierung am selbigen durchzuführen. Nach einer Bauzeit von 7 Monaten konnte der Kindergarten im Oktober hell, bunt, ansprechend und kindgerecht eröffnet werden. Danke an die beteiligten Personen hier vorne an: Herr Pfarrer Dr. Merz. Im Zusammenhang mit der Eröffnung seien hier zwei Besonderheiten erwähnt: KiK – Kunst im Kindergarten: Ein selbstentworfenes Großbildnis gespendet von Herrn Christoph Mann, das nun den Essbereich des Kindergartens ziert. Die zweite Besonderheit kommt von unserer Ministrantengruppe. Sie haben aus ihrer Ministrantenkasse Kinderbibeln gekauft und den Kindern des Kindergartens zur Einweihung geschenkt. Diese beiden Aktionen zeigen, wie fürsorglich es um das Miteinander im Ort bestellt ist. Hierfür Allen ein großes Dankeschön.

Eine Aktion die im diesjährigen Jahresrückblick ebenfalls zu erwähnen ist, ist die Sachspendensammelaktion vom Freitag, den 13. November 2015 in der Ortsverwaltung von Oberweier. Initiiert von Frau Elke Mann zusammen mit UNESON hat Oberweier gezeigt, wie groß die Hilfsbereitschaft ist, sich für Personen einzusetzen, die bei uns Schutz und Zuflucht suchen. Die spontane Bereitschaft des Vorbereitungsteams unseres Adventsmarktes sich bis spät abends bei der Sortierung und Verpackung der Berge von Spenden zu beteiligen sei hier genauso erwähnt wie auch die Tatsache, dass alle angesprochenen Helfer ihre Mithilfe frei Weg zugesagt hatten.

Unser Dorf war schon immer engagiert, sei es auf Vereinsseite oder auch seitens unserer Institutionen und einzelner Bürger.

Doch die Vorbereitungen und das Jubiläumsjahr selber haben nicht nur bei diesen Gruppen Kreativität und Engagement aktiviert. Nein,- das 900 jährige Jubiläum Oberweiers hat unser ganzes Dorf mobilisiert, neugierig, kreativ und engagiert zu sein.

Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich hierbei eingebracht und auch Nachbarn und Freunde motiviert mitzumachen. Und die Rechnung ging auf: Wir alle durften gemeinsam ein wirklich einmalig schönes Jubiläumsjahr mit vielen einzelnen Aktionen erleben, die das Jahr 2015 im Ganzen zu einem wahren Feuerwerk der Überraschungen machte.

Einmalig? – Ich hoffe nicht!

Eine Hoffnung für die nächsten Jahre ist, dass wir dieses erlebte Gemeinschaftsempfinden und Hand-in-Hand-Arbeiten mitnehmen, den Gemeinschaftssinn beibehalten oder gar weiter ausbauen können. So manche positive Erfahrung in das Jahr 2016 und folgende hineintragen.

Es liegt an jedem Einzelnen von uns, ob die schönen Erfahrungen der Gemeinschaft 2015 einmalig bleiben oder zu einem stetigen Implus unserer Dorfgemeinschaft werden. Wir haben gesehen, was mit Gemeinschaft alles zu schaffen ist und ganz sicher sollten wir das in Zukunft auch als Maßstab für neue Herausforderungen nehmen, die es zweifelsohne geben wird.

Ein Sprichwort sagt: Wir sitzen alle in einem Boot, hoffentlich nicht alle auf einer Seite!

Unterschiedliche Ansichten, Meinungen und Einstellungen sind Herausforderung, aber auch Würze und Chance. Wichtig ist, dabei sachlichen Argumenten und Fakten gegenüber aufgeschlossen zu bleiben und bereit zu sein, einen Konsens zu finden, der für alle Gruppen tragbar und ertragbar ist.

In diesem Sinne bitte ich Sie, liebe Oberweirer, nehmen Sie den Schwung aus dem Jahr 2015 mit in das nächste Jahr, bleiben Sie auch weiterhin im Gespräch mit ihren Nachbarn aber auch mit ihren Ortschaftsräten und mir als Ortsvorsteher. Das letzte Jahr hat gezeigt, dass der direkte Kontakt und das persönliche Gespräch uns oftmals weiter bringen, als wir es für möglich halten.

Bevor ich mit den Glückwünschen zu Weihnachten und zum Jahresende schließe, danke ich allen in der Nachbarschaftshilfe engagierten Personen sowie allen stillen Helfern im Ort, die ohne großes Aufhebens sich für den Nächsten einsetzen, sehen wo Not ist und einfach helfen. Vergelts Gott.
Dank auch unsern Aktiven und den Mitgliedern der Altersmannschaft der freiwilligen Feuerwehr Oberweier, die wieder ein verlässlicher Partner im zurückliegenden Jubiläumsjahr waren.

Ich wünsche Ihnen von Herzen ruhige, besinnliche und frohe Weihnachtsfeiertage sowie einen erfolgreichen und guten Start ins Jahr 2016 und danke allen, die, in welcher Art auch immer, das Jubiläumsjahr 2015 mit erlebt und gelebt haben, für ihre Bereitschaft hierzu.